4:47 am - Friday January 19, 2018

Stiftung Warentest: Fenchel, Pfefferminze, Kamille: Diese Tees können Sie bedenkenlos trinken

Kamillentee soll Halsschmerzen lindern und Pfefferminztee bei Bauchkrämpfen helfen: Wer Kräutertee trinkt, erhofft sich davon meist eine positive Wirkung auf die Gesundheit. Der Effekt der Kräuter ist in einigen Fällen sogar belegt. So ist erwiesen, dass Fenchel eine wohltuende Wirkung auf die Verdauung hat und Blähungen lindern kann.

Die Prüfer von Stiftung Warentest haben in ihrer aktuellen Ausgabe 64 Kräutertees überprüft – mit weniger bekömmlichen Ergebnissen. Nur jeder zweite Kräutertee konnte überzeugen, in einigen Teesorten fanden die Tester bedenkliche Schadstoffe. Ein Kamillentee war sogar so stark belastet, dass Warentest offiziell davor warnt, den Tee zu trinken. Die Prüfer informierten den Hersteller bereits Anfang des Jahres über das bedenkliche Testergebnis. Die Firma Orientis nahm daraufhin den “Kusmi Tea Kamille” vom europäischen Markt.

Tee kochendes Wasser_16.10Der Grund für die Beanstandung: In dem Kamillentee steckten bedenklich hohe Werte des Pflanzengifts PA (Pyrolizidinalkaloide), die Warentest auch in anderen Teesorten nachweisen konnte. Wildkräuter wie das Greiskraut oder das Jakobskreuzkraut produzieren den Stoff, um sich vor Fraßfeinden zu schützen. Die Pflanzen können auch auf Feldern mit den Pflanzen für den Kräutertee wachsen und gelangen bei der Ernte mit in das Produkt. PA wirken im Tierversuch erbgutschädigend und sollen auch beim Menschen Krebs verursachen können. Bei extrem hohen Dosierungen können die Stoffe sogar Vergiftungen und Leberschäden verursachen.

Vor allem Kamillentees sind prädestiniert für Belastungen mit PA. Wildkräuter können sich leicht zwischen den hochwachsenden Kamillenpflanzen verstecken und wandern im Anschluss mit in den Teebeutel. Weniger problematisch ist dagegen Fencheltee: Er besteht meist aus gleichförmig aussehenden Fenchelsamen. Unerwünschte Pflanzenteile fallen da schneller auf und können aussortiert werden.

Stiftung Warentest: Welche Tees können bedenkenlos getrunken werden?

Die gute Nachricht: Die Tees einiger Hersteller enthalten erfreulich wenig Schadstoffe und schneiden im Test mit “Gut” oder sogar “Sehr gut” ab. 

Testsieger in der Kategorie Kräutertee ist das Produkt “Bio Kräutergarten” des Tee Handelskontor Bremen. Mit einem mittleren Preis von 7,45 Euro pro 100 Gramm ist es aber vergleichsweise relativ teuer. Ebenfalls “Sehr gut” getestet wurde der Pfefferminz Tee des Herstellers Alnatura (4,15 Euro/100 Gramm).

In der Kategorie Fencheltee konnten die Prüfer gleich mehrere Produkte überzeugen. 14 der 15 Tees im Test schneiden mit “Sehr gut” ab, darunter der Bio-Fenchel-Tee von Hipp (4,85 Euro/100 Gramm) und das günstige Produkt von Penny (1,19 Euro/100 Gramm). 

Kritisch sieht es dagegen beim Kamillentee aus. Hier konnte nur ein Hersteller punkten: Der Kamillentee von Meßmer (4,50 Euro/100 Gramm) enthielt vergleichsweise wenige Schadstoffe und wurde mit “Gut” bewertet. Das Ergebnis zeigt: Belastungen mit PA können durchaus verringert werden, wenn Hersteller entsprechende Sorgfalt walten lassen.

Den vollständigen Test können Sie gegen Gebühr hier nachlesen.

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